3 Jahre

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3 Jahre.
In den vergangenen Wochen ist viel passiert bei uns. Wir waren im Urlaub. Lara hat von der Krippe in den Kindergarten gewechselt, unser Mädchen wurde 3 Jahre alt!
Ich habe keine einzige Zeile darüber öffentlich verfasst. Seit einiger Zeit schreibe ich ein Tagebuch ganz privat für sie. Darin habe ich über all das geschrieben. Es gibt aber einen großen Unterschied zwischen dem, was ich öffentlich verfasse und dem, was ich ihr privat schreibe.
Seit ihrem 3. Geburtstag mache ich mir gerade darüber noch viel mehr Gedanken. Irgendwie ist sie jetzt schon so eine starke Persönlichkeit, dass ich mir manchmal nicht mehr sicher bin, ob ich mit all dem was ich über ihr Leben schreibe nicht doch zu sehr in ihre Privatsphäre eingreife.
Sie kommt mir so Willensstark vor. Ich bin mir einfach nicht sicher was sie mir antworten würde wenn sie schon 15 wäre und ich ihr sagen würde, dass ich über ihr Leben schreibe und Fotos von ihr ins Netz stelle.
Trotzdem denke ich, dass es für sie ok wäre, wenn ich weiterhin über meine Gedanken und mein Leben als Mama schreibe.
Unser kleines Mädchen ist als jetzt 3 Jahre alt. Mit 3 ändert sich so einiges. Vor allem, weil man plötzlich überall für die Kinder bezahlen muss. Bei Buffett, im Indoorspielplatz, im Zoo… bei unseren Urlauben macht es keinen Unterschied. Da zahlen wir ja schon seit dem 2. Geburtstag. 😂
Die meisten Kinder haben mit 3 Jahren eine ganz genaue Vorstellung von dem, was ihnen Spaß macht und davon, was ihnen überhaupt nicht gefällt. Ich persönlich finde das ja ehrlich gesagt sehr cool. Aus meiner Sicht erleichtert es das Zusammenleben erheblich. Ich weiß, dass viele Eltern das als komplizierter empfinden. Aber in unserem Fall war gerade die Zeit vorher mit dem ständigem Geschrei und nicht zu wissen was das Kind will viel schlimmer. Klar hat sie jetzt eine eigene Meinung und kämpft auch dafür.
Ich finde das toll. Auch wenn ich mehr reden und erklären muss als vorher. Aber für uns zählt ihre Meinung genauso viel wie unsere. Wir sind alle 4 gleich! Gleichwertig! Jede Meinung und jeder Wunsch ist gleich viel wert. Egal, ob er von uns Erwachsenen oder von der Kleinen oder von der Katze kommt. Zugegeben, die Katze ist oft schwer zu verstehen. Aber ihr wisst, was ich meine.
3 Jahre schon bin ich Mama. 3 Jahre führe ich ein ganz anderes Leben als die 31 Jahre zuvor. Ich bin sehr, sehr glücklich darüber Mama zu sein und dieses Glück zu haben mein eigenes Kind aufwachsen zu sehen. Und trotzdem bin ich auch sehr froh es geschafft zu haben in den 3 Jahren wieder ein eigenständiges Leben zu führen.

 

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Letzter Kita-Tag! Mama weint

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Laras letzter Kita-Tag!
Was für ein emotional aufwühlendes Ereignis! Mehr für mich als für Lara.
Sie war insgesamt 17 Monate dort und ist, bis auf 2 Wochen, jeden Tag gerne dorthin gegangen. Alleine für diesen Punkt bin ich den Mädels und Damen dort unendlich dankbar!
Das bedeutete nämlich für mich, dass ich jeden Tag beruhigt losfahren und arbeiten konnte.
Es war für Lara wie ein zweites zu Hause. Natürlich eines, dass immer nur zweite Wahl war. Aber Ihre Kinderpflegerinnen waren nun mal da für sie, wenn wir als Eltern es nicht sein konnten.
Zum Abschied heute haben wir eine Mappe mit vielen Fotos und Texten bekommen. Und einen USB Stick mit allen Fotos die in dieser Zeit entstanden sind.
Lara lacht auf fast allen Fotos. Sie sitzt und spielt meistens mit den selben Kindern: kleine Individuen die ihre Freunde wurden.
In den letzten 2 Wochen ist sie morgens nicht mehr ganz so gerne dort hin gegangen.
Alle ihre engen Freunde sind schon seit den Ferien weg. Es sind 12 neue, kleine Kinder und zwei Praktikanten gekommen.
Sie ist mit einem Abstand von 3/4 Jahr die älteste.
Es ist also gut, dass sie auch bald in den Kindergarten gehen darf. Denn sie hat sich immer an den älteren Kindern orientiert.
Trotzdem tut es weh! Weil auch ich mich als Mama dort sehr, sehr wohl gefühlt habe.
Danke liebes Team dort!
Was kann ich Eltern raten bezüglich Kinderkrippe?
1. Lara kam mit 1,5 Jahren dorthin. Das war für die ein perfektes Alter.
2. Wir wollten eine kleine Krippe und hatten nur 2 Gruppen
3. Bauchgefühl und darauf achten ob das Kind schon bei der ersten Begegnung auf Augenhöhe angesprochen wird und mit einbezogen wird

Wir würden uns wieder so entscheiden. Auch, wenn ich nicht angefangen hätte zu arbeiten.

Auf zu neuen Ufern!

 

Angst ist dein bester Freund

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Vieles ist mit der Geburt unserer Tochter größer geworden: mein Herz, meine Geduld, mein Arbeitspensum, meine Ausgaben, meine Freude über kleine Dinge, meine Produktivität. Und leider auch meine Angst!
In meinen „jungen Jahren“ hatte ich wenig Angst. Ich habe viel dummes angestellt. Bin ja mit zwei Brüdern aufgewachsen. Trotzdem war ich nie unvorsichtig.

Als erwachsene Frau haben mich kaum Ängste geplagt die andere ständig im Kopf hatten. Arbeitslosigkeit: ich bin jung und habe eine gute Ausbildung. Werde schon wieder was finden. Krieg: wir leben in einem sehr sicheren Land. Krankheiten: wird schon nichts schlimmes sein. Armut: solange ich nicht Baumrinde essen und Flußwasser trinken muss…
Der Optimismus war immer größer als der Pessimismus.
Seitdem ich Mutter bin sieht das alles etwas anders aus. Ich bin nicht mehr so tiefenentspannt. Weil alles, was passieren kann nicht nur für mich Konsequenzen hat.
Alles was ich entscheide, entscheide ich auch mit für sie. Jeder Schritt den ich tue mache ich in Gedanken mit oder für sie.
Sollte ich krank werden, hat das Einfluss auf sie.

Sollte ich arbeitslos werden, Krieg angezettelt werden, wir plötzlich alles verlieren… immer ist sie es, worüber ich mit zu allererst Gedanken mache.
Und am schlimmsten ist der Gedanke, ihr könnte etwas passieren. Ich kann es kaum schreiben, kaum daran denken. Mein Herz hat keinen Platz für diese Gedanken.

Vielleicht könnt ihr verstehen was ich meine. Mein Kind ist mein Herz außerhalb meines Körpers. Sie zu beschützen ist meine wichtigste Aufgabe!
Ich wünsche allen Eltern da draußen gesunde Kinder und Eltern und Glück auf ganzer Linie!

Das tut man einfach nicht!

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Dieses Bild ist gestern Abend um 19:30 entstanden. Sie trinkt Limo aus einem Strohhalm der in einem Becher steckt den unbedingt ich halten musste.

Normalerweise gehen wir mit Lara so ca um 19:15 Uhr hoch um sie fürs Bett fertig zu machen.

Normalerweise gibts bei uns auch keine Limo. Nicht, weil sie verboten ist, sondern weil wir sie nie kaufen. (Nur mal für unseren Longdrink 🙈)

Normalerweise halte ich nichts von Strohhalmen, weil sie die Weltmeere verschmutzen. Diese sind 5 Jahre alt und noch von unserer Einweihungsfeier übrig.

Normalerweise hält sie ihren Becher selbst.

Was sieht man noch auf diesem Bild? Richtig, ein Kind das sich freut, weil die Mama ihre Idee mitmacht.

Heute hat mir eine befreundete Mama ein richtig schönes Lob ausgesprochen: ich wäre für sie ein Vorbild, weil ich ihr einmal gesagt habe, dass ich, wenn Lara einen Wunsch äußert, meistens nachdenke ob es mich oder sie umbringt und wenn dem nicht so ist, kriegt sie ihn einfach erfüllt.

Das Ganze stand natürlich in einem anderen Zusammenhang. Es ging dabei nicht um Geschenke die man mit Geld kaufen kann oder darum alles zu tun, was das Kind will, auch wenn man selbst dazu keine Lust hat. Es war eher damit gemeint, dass es mir leichter fällt, wenn ich lockerer damit umgehen, wenn sie etwas will, was man eigentlich nicht tut.

Wobei wir schon beim nächsten Thema wären: das tut man einfach nicht! In den meisten Fällen bin ich mittlerweile viel weiter und denke erst mal: „warum eigentlich nicht?“ Vieles von dem, was man „einfach nicht tut“ ist eigentlich Schwachsinn oder überholt!

Zum Beispiel: wenn ein Kind nicht teilen will und seine Spielsachen dem anderen Kind immer wieder wegnimmt, dann würde man sagen „das tut man einfach nicht“. Aber wenn ich mein neues IPhone 7 nicht meinem Nachbarn leihen will ist das in unserer Erwachsenenwelt ganz klar nachvollziehbar. Hä?

Nach wie vor bin ich mir nie sicher was ich wie im Punkt Erziehung unserer Tochter richtig oder falsch mache. Schon alleine, weil ich immer weniger mit diesem Wort anfangen kann. Ich will lieber sagen wir begleiten Lara auf ihrem Weg zum erwachsen werden.

Ich persönlich kann einfach viel besser damit leben, wenn wir alle zusammen Spaß haben. Ich tue mich schwer mit Verboten und Regeln und Vorhaltungen und Bestrafungen. Deshalb versuche ich sie zu vermeiden und das tut uns allen gut!

 

 

 

Jeder hat sein Päckchen zu tragen! Oder?

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Vor kurzem habe ich mit Lara einen Moment erlebt der mir wieder (wie so oft) die Augen geöffnet hat. Und das kam so:
Wir waren auf einem Familienfest. Lara war eins von 10 Kindern dort und aus diesem Grund wurde für die Kids eine Hüpfburg aufgebaut. Unter den Kindern waren 3 Brüder. Alle 3 viel älter und größer als Lara. Und stürmischer. Alle wollten springen. Ich stand ständig dabei aus Angst, dass einer der großen Jungs auf unser Kind springt. Das etwas passiert. Aus versehen oder mit Absicht. Große Buben stänkern gerne. Es ist aber nichts passiert. Ganz im Gegenteil. Nach etwa 30 Minuten haben alle 3 auf die kleine Maus aufgepasst und mit ihr gespielt. Als wir das Fest verlassen haben, kam sogar einer von ihnen nochmal hinter uns her gerannt und hat sich extra nochmal bei Lara verabschiedet. 😍
Und neulich als wir mit dem Laufrad unterwegs waren kamen zwei Jungs auf Rollern an uns vorbei. Starker Hang zu Halbstarken… 😜 Ich denke: „hoffentlich labern die uns nicht doof an.“ Lara sagt aber: „große Buben auf Roller! Wir fangen die! Jipie!“
Dann habe ich angefangen darüber nachzudenken warum mir so unwohl ist bei Buben in deren Alter. Es ist mir wieder eingefallen. Meine Grundschule war im Nachbarort und wir wurden nur in der Früh mit dem Bus dort hin gefahren. Am Mittag mussten alle Kinder aus unserem Dorf nach Hause laufen. Auf diesem Schulweg haben uns Mädchen die Jungs regelmäßig gepiesackt und geärgert. Unsere Schultaschen wurden in den Wasserlauf geworfen, an den Zöpfen wurde uns gezogen und beschimpft wurden wir sowieso. Wir hatten uns schon auch gewehrt. Aber wir waren in der Unterzahl und Mädchen halt. 👸
ICH habe in meinem Leben schlechte Erfahrungen gemacht die ich mit mir rumschleppe. Aber mein Kind ist unbefangen. Vollkommen ohne Vorurteile! Ich liebe diese Reinheit am allermeisten an ihr! Und wünsche mir für unsere Welt, dass wir wenigstens versuchen uns mit dieser Reinheit zu begegnen! #word #kindersinddiebesserenmenschen

Elternschaft 2.0

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Gestern kam Laras neues Spielzeug: eine Brio Holzeisenbahn.

Heute Morgen kam ein Fahrradhelm und wir warten gerade auf die Zustellung des Laufrades. Toll, was wir unseren Kindern alles bieten können! … Oder??

Seitdem ich letzte Woche den Beitrag von @_goldstucke_ bei Instagram gelesen habe, beschäftigt mich dieses und weitere Themen zunehmend.
Klar, mein Mann und ich waren und immer einig, dass wir uns ein Kind auch „leisten können“ wollten. Wir wollten, dass wir nicht bei allen Anschaffungen nachdenken müssen.
Ich selbst bin als das mittlere von 3 Kindern ganz anders aufgewachsen. Mit 12 habe ich sonntags schon von 9-13 Uhr in einem Gasthof in der Küche gearbeitet. Von meinem ersten Geld, dass ich dort gekauft habe, habe ich mir eine Gang Jeans gekauft. ALLE in meiner Klasse hatten so eine und ich wollte unbedingt dazugehörigen. Aber teure Markenklamotten waren im Budget meiner Eltern einfach nicht drin. Trotzdem waren wir nie arm. Wir hatten immer reichlich zu essen, mehr als genug Spielzeug und im Urlaub waren wir auch fast jedes Jahr.
Ich möchte nicht sagen, dass es mir geschadet hat so aufzuwachsen. Ganz im Gegenteil! Ich bin ein fleißiger, ehrgeiziger Mensch geworden. Vielleicht hätte es aber auch gereicht mit 15 den ersten Job anzunehmen.
Nur, was machen wir nun mit unseren Kindern? Wir schaffen wir es in unserer Zeit den Kleinen zu vermitteln, dass Laufräder nicht auf Bäumen wachsen und man Durchhaltevermögen und Ehrgeiz in diesem Leben braucht?
Vielleicht ist die Antwort wie so oft, dass wir es Ihnen vorleben müssen. Vielleicht geht es um die kleinen Dinge. Das Leben schätzen zu lernen. Eben nicht auf die Ameise 🐜 zu treten, weil es ja nur eine Ameise ist. Oder versuchen kein Essen wegzuwerfen. Zum einkaufen die Tüte mitbringen um Plastik zu sparen. Das Licht ausmachen, wenn man es nicht braucht. Nicht, weil wir es uns nicht leisten können. Sondern um zu zeigen, dass es um etwas höheres, wichtigeres geht. Nicht unseren Geldbeutel. Sondern die Gesellschaft, die Umwelt, die folgenden Generationen.

Und, wir müssen anfangen zu reden. Erklären warum etwas passiert und was man daran ändern könnte. Motivieren sich Dinge leisten zu können, weil man sich dafür angestrengt hat. Es wird eine Herausforderung werden für uns Eltern! Trotzdem, unseren Kindern Glaubenssätze einzupflanzen wie zum Beispiel: „ohne Fleiß, kein Preis.“ Oder „von nichts kommt nichts“ fühlt sich für mich auch nicht gut an. Hoffentlich kriegen wir es hin! ✊

 

Muttertag

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Muttertag. Ein Tag wie jeder andere.

Ich finde den Tag nicht generell doof, aber für mich ist Laras Geburtstag der Tag, an dem ich mein Mutterdasein feiere.

2 mal schön habe ich mir an diesem Tag ganz heftig auf die Schulter geklopft und mir selbst applaudiert was ich alles geschafft habe. Wie sehr ich mich für meine Art Mutter zu sein interessiere und wie ich es trotz Vollzeitjob, Haushalt usw schaffe mich zu informieren über die Art Familie die wir sein wollen.

Ich bin meinem Kind dankbar, weil sie mich mit ihrer Geburt zu einem besseren Menschen gemacht hat.

Sie regt mich zum nachdenken an und ich wachse jeden Tag aufs neue über mich hinaus. Mein Kind ist perfekt. An ihr gibt es nichts auszusetzen. Nichts, was sie tut tut sie aus Bosheit, Hinterlist, Berechnung oder Respektlosigkeit. Alles, was sie tut, tut sie aus einem Nutzen heraus. Aus ihrem Nutzen.

Ich erwarte nicht, dass sie auf mich Rücksicht nimmt, weil sie kognitiv noch gar nicht fähig ist sich vorzustellen was in anderen Köpfen vor sich geht.

Das heißt nicht, dass es mich nicht nervt, wenn wir Zeitdruck haben und sie aber noch Tannenzapfen 107 in der Sammlung aufheben muss… Das ist aber mein Problem. Nicht ihres. Ich habe längst verlernt die Welt mir ihren Augen zu sehen. Denn Tannenzapfen 107 ist der allerschönste auf dieser Wiese! Er muss minutenlang betrachtet und von jeder Seite angefasst werden. Als hätten wir noch nie einen so schönen gesehen. Bis Tannenzapfen 108 kommt… und so weiter und so weiter.

Aber wenn ich versuche mit ihren Augen zu sehen, dann sind sie wirklich wunderschön. Alle! 😍#misslara #mamablogger_de #babyplusjob #muttertag #sommer