Geburtsbericht

Nachdem wir am 16.11.2014 nochmal zur Vorsorge im Krankenhaus waren und sich am Befund nichts verändert hatte, hat uns dieÄrztin und die Hebamme empfohlen doch die Geburt einzuleiten. Stichtag wäre sowieso der Dienstag gewesen und die Ärztin glaubte nicht daran, dass ich bis dahin etwas verändern würde.
Ich wollte nie eine Einleitung, weil man davon nur schlechte Finge lesen kann. Und jetzt stand ich vor dem Problem über welches ich mir nie Gedanken machen wollte.
Das Ende vom Lied war, dass wir uns eine Stunde Bedenkzeit erbeten Habenzinsen erst mal zusammen nach Hause gefahren sind und einen Tee getrunken haben.
Ich habe geweint. im Auto und zu Hause, weil ich schreckliche Angst hatte.
Jedenfalls erschien es uns als sinnvoller die Einleitung am Sonntag zu beginnen wo im Kreißsaal wenigstens kein normaler Tagesbetrieb stattfand und so habe ich kurz danach dort angerufen und uns zur Einleitung angemeldet.
Ich habe ein Einzelzimmer reserviert, weil ich unbedingt wollte, dass Benni so lange bei mir bleiben kann wie er will ohne die anderen Mamas zu stören.
Um 17:00 Uhr haben sie mir im Kreßsall das Propress-Tampon gesetzt und mich eine Stunde ans CTG gehängt. Danach sollten wir aufs Zimmer gehen und uns ausruhen. Benni hat etwas von Mc donalds geholt und ich habe mich sortiert. Dann haben wir gegessen und danach sind wir losgestapft ins Treppenhaus. Dann ins andere Treppenhaus, dann die Straße entlang und wieder aufs Zimmer. Wir haben uns den Tatort angesehen wo ich schon leichte Wehen gespürt habe. Ich stand am Bett und hab von einem Bein aufs andere getreten. Nach dem Tatort sind wir nochmal los ins Treppenhaus. Das war es ca. 21:00 Uhr und ich musste da schon bei jeder Wehe stehenbleiben und ganz fest atmen.
Trepp auf, Trepp ab und so gegen 22:00 Uhr habe ich dann doch mal zu Benni gesagt, dass ich gerne auf Station will, weil es ganz schön arg zwickt. Außerdem wollte mich die Hebamme gegen 22:00 Uhr sowieso zum CTG abholen.
Als wir auf der Station ankamen hatte mir die Schwester schon gesagt ich solle gleich runter laufen. Gesagt, getan. Ans CTG abgeschlossen und Fernseher an. Ich habe nicht wirklich etwas wahrgenommen, aber irgendwie hatte es mich doch abgelenkt. Bei jeder wehe hing ich an Bennis pullover und drückte meinen Kopf gegen seine Brust.
Um ca 23:00 Uhr bot man mir ein Schmerzmittel auf Morphinbasis und Buscopan an um den Muttermund weicher zu machen. Das Morphin macht „besoffen“ meinte die Ärztin. Ich hab die Infusion gern angenommen. Und es war wirklich toll, mir wurde ziemlich schwindelig und es war nicht so, dass ich keine Schmerzen mehr gespürt habe, aber es war irgendwie… Erträglich und meine Stimmung war…. Lustig…
Um 23:45 Uhr musste ich dringend aufs Clo was etwas umständlich war, da ich ja angeschlossen war. Benni stöpselte mich ab und auf Toilette kam ganz schön viel Blut. Durch die Infusion hatte ich aber keine Angst. Gerade auf der Schüssel kam auch noch eine wehe, was weniger angenehm war.
Als ich wieder auf der liege lag, kam die Ärztin und ich bat um die PDA. Die Hebamme richtete mir dazu den Kreißsaal 2 zurecht und zog mir das Shirt und die Hose aus und ein op Hemd an.
Die nächste wehe kam und ich stand am Kreißbett mit furchtbarem Druck nach unten. Ich sagte:“ich muss pressen!“ Hebamme:“Nein, musst du nicht!“ Ich:“doch!“ Plopp, ich steh im Wasser. Hebamme: „das war jetzt die Fruchtblase.“ Ich stand in einer Pfütze und die Hebamme bat mich, mich aufs Kreißbett zu legen um mich zu untersuchen wie weit es denn wäre. Dann sagte sie nur:“ich muss die Ärztin anrufen. Es geht los! Die PDA können wir vergessen! Jeanette, du musst kommen, Kopf Mitte Becken, es geht los!“
Als die Ärztin reinkam meinte sie zu mir:“ na toll Frau spiske, ich dachte ich kann noch zwei Stunden schlafen!“ Ich habe nichts mehr gesagt, fand das alles aber irgendwie lustig. Außer, dass ich nun wusste, dass ich ohne Schmerzmittel da durch muss. Egal, ich wollte im 4-Füßlerstand aufs Bett. Die Rückenlehne wurde senkrecht gestellt und Benni saß an meinem Kopf.
In jeder Wehe sollte ich dreimal pressen, schaffte aber nur zweimal. Daraufhin hing mir die Ärztin einen Oxytocin Tropf an um meine Wehen zu verlängern.
Danach wollte ich nicht mehr auf Knien sitzen und die Hebamme legte mich seitlich. Mein oberes Bein sollte ich in der Kniekehle zu meinem Körper ziehen wenn die nächste Wehe kommt. Gesagt, getan. Ich presste zwei-, dreimal. Dann sagte die Hebamme: „jetzt nicht pressen!“ Ich:“ ich muss aber!“ Sie:“atme!“ Ich:“Hechel, hechel…“
Danach einmal pressen und sie war da. Um 0:33 Uhr.
Unsere Maus wurde mir in ein Tuch gewickelt auf den Bauch gelegt. Ca eine Stunde lagen wir so da. Die Hebamme erklärte mir noch den Mutterkuchen, den ich auf einmal gar nicht mehr ekelig fand. Die Ärztin untersuchte mich auf Verletzungen im Dammbereich. Ich hatte kleine Schürfungen, sonst nix. Himbeerblättertee und Heublumendampfbad sei Dank! Dann half man mir in mein Bett und legte mir die kleine Lara an die Brust. Sie sagte gleich gut und so gegen 3 Uhr würde ich aufs Zimmer gebracht. Ich war müde und kaputt, aber schlafen konnte ich nicht. Ich legte Lara immer wieder an die Brust aber mein kolostrum war ihr nicht genug. Früh um 6 holte sie die Schwester und gab ihr Zuckerlösung und behielt sie bei sich, damit ich schlafen kann.
Richtig gelang mir das natürlich nicht. Ich war jetzt Mutter!

Im ganzen Haus riecht es nach Zimt und Nelken

ja, ich weiß was Ihr jetzt alle denkt: „Weihnachten ist ja noch ein ganzes Stückchen Weg.“

Es riecht hier trotzdem nach allen möglichen Weihnachtsgewürzen und zwar deshalb, weil sie angeblich wunderbar wehenfördernd sind. Aber obwohl ich Verfechterin und Anwenderin von Naturheilkunde usw bin führte bisher leider keiner meiner Versuche zum Erfolg. Ich sitze nämlich immer noch mit dickem Bauch hier und warte. Bzw. Versuche ich mich mehr oder weniger zu beschäftigen. Und zwar möglichst wenig mit dem Thema Geburt, denn auch das führt nicht zum Erfolg.

Gerne kann ich euch mal näher ausführen was schon alles probiert wurde:

Ich lasse hier ganz bewusst all die Ratschläge welche mit Bewegung zu tun haben aus, denn ich putze das Haus so alle zwei Tage und dann immer den ganzen Vor- oder Nachmittag durch. Ganz nebenbei steige ich ja aufgrund unseres mehrstöckigen Hauses gefühlte hunderte Male die Treppen. Also das lasse ich mal aus.

Stattdessen habe ich schon am Termin angefangen Yogi-Tee zu trinken. Das steht in mehreren Büchern und häufig im Internet. Der Tee enthält jede Menge Zimt (über 50%) dann noch Nelken und Ingwer. Alles soll äußerst wehenfördernd sein. Ich trinke davon zwischen 3 Tassen und einer Kanne pro Tag. Ohne Erfolg.

Täglich ein Heublumendampfbad für ca 10 Minuten mache ich auch seitdem der Termin überschritten ist. Ohne Erfolg.

Ich habe ein Rezept für Nelkenöltampons gefunden. Hierzu gibt es sogar eine Studie welche in der Zeitschrift „die Hebamme“ veröffentlicht wurde. Sie führte bei 58% der Frauen welche über den Termin waren (ET + 10) zum Erfolg. Man nehme hierzu 100 ml Mandelöl und 50 Tropfen Nelkenöl. Mischen, Tampon eintauchen und… Naja, ihr wisst schon. Ohne Erfolg.

Gestern habe ich ein Rezept für Eierwasser bekommen. lt. Internet sollen durch das auskochen von 5 Eiern für 20 Minuten in einem Liter Wasser bestimmte Enzyme freigesetzt werden welche auch den Küken den Startschuss geben. Das Wasser muss schluckweise alle 15 Minuten getrunken werden. Ohne Erfolg.

Heiße Bäder. Sie sollen entspannen und dadurch wehenfördernd wirken. Ohne Erfolg.

Auf den Rizinuscocktail verzichte ich aus einem bestimmten Grund: mein Baby ist schon ziemlich reif und der Rizinuscocktail wirkt vorwiegend abführend. Durch den Durchfall soll die Gebärmuttermuskulatur angeregt werden. Das funktioniert wohl auch recht gut, aber es kann vorkommen, dass nicht nur die Mama davon Durchfall bekommt, sondern auch das Baby. Die Folge ist, dass einige Babys das Mekonium (auch Kindspech) ins Fruchtwasser abgeben und sich dadurch vergiften. Lt. meiner Hebamme kommen viele Babys bei denen mit dem Cocktail eingeleitet wurde mit grünem Fruchtwasser auf die Welt. Das muss nun auch nicht sein.

Jedenfalls gehe ich jetzt schön brav alle zwei Tage zur Vorsorge und warte ab. Gestern war es wieder soweit. CTG war lt. Ärztin super, Fruchtwasser ist sogar mehr vorhanden als sein muss und Baby bewegt sich häufig. Die Plazenta hat sie angesehen aber nochmal betont, dass man daraus wenig schließen kann. Wenn das Kind unterversorgt wäre, würde man das angeblich gleich an den Herztönen sehen.

Babybauchshooting

Jetzt will ich euch Lieben nicht immer nur vorjammern, sondern euch auch mal die schönen Seiten der Schwangerschaft zeigen.

Ende September hatte ich ja bei Silvia Schneider ein Babybauchshooting gebucht. Ich wollte unbedingt Bilder bei mir zu Hause und Bilder die nicht so gestellt aussehen.image image image image image image image image

Hier ist das Ergebnis. Sind hübsch geworden, oder?

Was tun mit all der Zeit?

Ich bin immer noch dick! Das gibt’s doch nicht, oder? All das hoffen und wünschen von euch Lieben hat bisher unser Baby nicht bewegen können geboren werden zu wollen.

Dafür gebe ich euch jetzt mal die neuesten Updates:

Am Montag musste ich wieder zur Untersuchung in die Klinik. Erst wurde 30 Minuten CTG geschrieben und gleichzeitig Blutdruck gemessen. Es waren wieder reichlich schmerzfreie Übungswehen auf dem CTG und die Herztöne des kleinen Mädchens waren gut.

Die Hebamme welche mich ans CTG gestöpselt hat kenn ich von meinem Yogakurs. Sie hatte mir angeboten auch den Muttermund nochmal zu untersuchen. Ist 1,5 cm geöffnet und Zervix leicht verstrichen. Der Kopf ist so fest im Becken, dass er sich kaum verschieben lässt.

Bei der folgenden Ultraschalluntersuchung wurde Fruchtwasser vermessen und festgestellt, dass auch hier reichlich vorhanden ist. Lediglich die Plazenta sah auch diesmal ziemlich verkalkt aus. Lt. Ärztin für mein Stadium aber auch normal. Sie meinte, es gäbe keinen medizinischen Grund vor Freitag eine Einleitung vorzunehmen auch weil diese oft nicht anschlägt wenn man nicht bei mindestens 40+7 ist.

Ich mache mir Sorgen, weil mein Kind nochmal vermessen wurde und schon ganze 3.700 Gramm Schätzgewicht hat. Eine Abweichung von bis zu 500 Gramm ist durchaus vorstellbar. Also nach unten und nach oben. Scheint ein ganz schöner Kavenzmann zu sein. 🙂 aber es ist mein erstes Baby und daher wäre mir das ein oder andere Gramm weniger lieber gewesen.

Ebenso denke ich darüber nach was wohl unter Wehen passiert mit der Versorgung meines Babys. Da die Plazenta schon ins Alter gekommen ist, kann es sein, dass sie unter Wehen nicht genug Sauerstoff zum Baby führt.

Ich hatte so gehofft, dass sie früher kommt und ich mir diese Gedanken nicht machen muss. Echt eine doofe Situation.

Der nächste Termin im Krankenhaus ist morgen früh. Ich muss meine Besorgnis unbedingt ansprechen!

Kinderkriegen dauert einfach ewig!

Heute ist der 8.11.14. Der errechnete Geburtstermin unserer Tochter. Es tut sich leider in Hinsicht auf Auszug aus dem 1-Zimmer-Bauchapartment gar nix. Ich muss sagen, dass ich in den letzten Tagen doch sehr frustriert war, weil ich einfach irgendwie gehofft hatte, dass sie sich schneller auf den Weg macht. Denkste…

Jedenfalls waren wir gestern nochmal zur regulären Vorsorge bei meinem Frauenarzt. Sobald der errechnete Termin verstrichen ist soll man alle zwei Tage zur Vorsorge zum eigenen Frauenarzt oder in die Klinik. Dort wird dann jeweils geprüft ob die Plazenta noch gut arbeitet und genügend Fruchtwasser vorhanden ist. Genau diese beiden Parameter hatten meinem Arzt gestern nicht sehr gefallen und er hatte mir empfohlen am kommenden Montag, also 3 Tage später, in die Klinik zu gehen und die Geburt einleiten zu lassen. Mein Horrorgedanke!

Als ich gestern Abend noch im Kreißsaal meiner Klinik angerufen habe um einen Termin für Montag auszumachen wollten die mich unbedingt heute am errechneten Termin schon sehen um den Befund zu überprüfen. Das End vom Lied war, dass ich erst mal lange warten musste, dann eine halbe Stunde am CTG hing, dann wieder ewig warten musste und zum Schluss zur Untersuchung in den Behandlungsraum kam.

Die Ärztin meinte das Fruchtwasser sei unauffällig genauso wie das CTG und die Plazenta.

Das weitere Vorgehen wäre nun, dass ich am Montag, Mittwoch und Freitag zur Kontrolle müsste. Sofern die kleine Maus nicht doch noch entscheidet auf die Welt kommen zu wollen.

Immer diese Warterei: das geht schon los beim Schwangerschaftstest, diese quälenden Sekunden. Dann die ersten 12 kritischen Wochen. Danach die Ergebnisse der verschiedenen Untersuchungen, warten bis zum Mutterschutz, warten bis zum errechneten Termin. Und dann das schlimmste: warten nach dem Termin!

Statistisch gesehen kommen nur 4% aller Babys am Termin zur Welt. Bis zu 10 Tage vorher sind es 20% und bis 10 Tage nach dem Termin sind es über 60%. Ich bin also ganz normal in der Norm.

Unschön ist, dass die Zahl der Totgeburten mit Übertragung leicht ansteigen. Folgende Zahlen gibt es zu diesem Thema: nach der Woche 36 liegt die Wahrscheinlichkeit bei 1 zu 3.000. In Woche 41 (da befinde ich mich gerade) bei 3 zu 3.000 und ab Woche 42 bei 6 zu 3.000.

Nun heißt es also weiter warten, warten, warten…

Die vergangenen Tage in Stichpunkten

Wie weit bin ich: Woche 39 + 3
Bauchumfang: 108 cm
Gewicht: 74,7 kg (ich halte mich hartnäckig unter der 75 kg-Grenze! Tschagga!)
Der beste Moment diese Woche: die sonnigen Tage der vergangenen Woche! Was für ein Wetter. Ich war zweimal über 1,5 Stunden spazieren. Einmal mit meinem Schatz und dann mit Mama, Tante und Oma. Da im sehr zügigem Tempo vorgegeben von meiner Mama. Ich glaub sie wollte ein bisschen die Wehen anregen. 😉
Ich vermisse: durchschlafen! Ich weiß, ich brauche in den nächsten Jahren nicht dran denken. Lasst mich halt träumen….
Heißhunger auf: Nüsse! Natur, gesalzen, im Studentenfutrer, mit Panade, geröstet….
Wehwehchen: Schreckliches Ziehen an den Innenseiten der Oberschenkel. Wie Muskelkater. Ich bekomme meine Beine kaum auseinander.
Ich freue mich: das ich noch vor dem Termin bin. Ich hoffe wirklich sehr, dass ich nicht übertrage. Ich will auf keinen Fall eine Geburtseinleitung. Gerade wenn es um Wehenschmerzen bei der Einleitung geht kann man so viele schlechte Dinge lesen. Ich habe von allen Gesprächspartnerinnen bzw Einleitungsberichten gehört, dass die Schmerzen dann um ein Vielfaches stärker sind. Die Geburt dauert zwar im Durchschnitt weniger lang, dafür aber eben viel schmerzhafter. Für mich ist das einfach vom Gefühl her sowas von unnatürlich… Die Gebärmutter zu zwingen, dass sie kontrahiert, obwohl der Körper drumherum eigentlich gar nicht auf Geburt eingestellt ist. Klar, dass das weh tut.
Gekauft/Bestellt/selbst gemacht: Ich könnte heute einfach nicht an einem kleinen Fleecekleidchen Vorbeigehen ohne es mitzunehmen. Außerdem ist noch ein Langarmbody mit einer aufgestickten Ente in die Tüte gewandert.

Kleidchen in Größe 62

Kleidchen in Größe 62

Kontaktbörse Schwangerschaft

Vorletzte Woche hatte ich den letzten Schwangerschaftsyoga-Kurs und heute war ich zum letzten Mal bei der Akupunktur. Bei beiden letzten Kursen wurde ich ganz neu auf Menschen in meinem Umkreis aufmerksam. Ich bin ja nun doch kein kontaktscheuer Mensch, auch wenn mich Smalltalk in der Freizeit tierisch nervt, weil ich das ja jeden Tag in der Arbeit schon machen muss.

Jedenfalls hatte ich zu meinen Sturm- und Drangzeiten oft das Gefühl ich könnte gar nicht Freunde und Bekannte genug haben. Viel Kontakversuche z.B. beim Weggehen gingen aber schief, weil es irgendwie einen komischen Beigeschmack hat in der Disco mit einem anderen Mädel die Nummern auszutauschen. Meist ging dabei die Initiative von mir aus und geerntet hatte ich oft den Blick „ich bin aber nicht lesbisch!“ Ich ja auch nicht, aber den Kontext das es hier um Kontakte ging aus denen sich ja vielleicht eine Freundschaft entwickeln kann hatten damals die meisten Mädels nicht verstanden.

Nun in der Schwangerschaft bekam ich schon zweimal eine Telefonnummer zugeschoben von Frauen die mit mir die gleichen Kurse besuchten. Ich freue mich sehr darüber und finde es toll, dass viele Frauen anscheinend eine Schwangerschaft bzw. das Mutterwerden gleichermaßen spannend und aufwühlend empfinden. Man hat hier eine ganz dicke Gemeinsamkeit vorallem wenn man Erstgebärende ist so wie ich. Es ist komischerweise so, wie viele immer erzählen wenn man sich einen Hund zulegt, oder anfängt zu Rauchen. Plötzlich gehört man einer Gruppe an und über die offensichtliche Gemeinsamkeit kommt man viel leichter ins Gespräch.

Ich bin also nun offiziell in der Mama-Gang! Oder Schwangeren-Gang, wir auch immer. Über dieses Phänomen hatte ich schon in manchen Schwangerschaftsratgebern gelesen, immer mit dem Hinweis man solle sich unbedingt für einen Schwangerschaftskurs anmelden um eben mit anderen Schwangeren in Kontakt zu kommen. Den Sinn dahinter hatte ich nie verstanden. Habe ich doch einen netten Freundeskreis und eine große Familie.

Nun aber sehe ich, dass man doch nach einiger Zeit zu Hause menschlichen Kontakt sucht. Vorwiegend zu Personen die gerade dasselbe beschäftigt wie einen selbst. Und das vor allem auch, weil man die anderen Personen aus seinem Wirkungskreis nicht dauernd mit Schwangerschaft und Kind vollsabbeln will. Ich weiß ja noch wie das früher bei mir war, als ich noch gar nicht den Gedanken an ein Baby verloren habe. Man freut sich zwar für sein Gegenüber, aber im eigenen Leben beschäftigt einen gerade etwas ganz anderes.

Fazit: ich kann jeder Schwangeren nur empfehlen einen Kurs zu besuchen! Zeitlich reicht es aber auch, wenn das erst im letzten Drittel der Schwangerschat passiert, weil man vorher ja meist noch am arbeiten ist und nicht den Vereinsamungstot sterben wird.